Frage von bungle in the jungle: So,jetzt mal ‘ne Frage an alle,die…? ?
…im Gegensatz zu mir,etwas von Wirtschaft verstehen. Weshalb wurde nach der Wende das Kali- Bergwerk in Sondershausen geschlossen und nicht adäquate Produktionsstätten in Westdeutschland?
@orwo78
Ich habe bestimmt keinen Spaltpilz gefressen,aber Deine Antwort ist Balsam für meine geschundene Ossi-Seele!
Beste Antwort:
Answer by orwo78
Ich versteh nicht wirklich viel von Wirtschaft, aber ich weiß, dass nach der Wende der Westen Deutschlands die Industrie des Ostens systematisch platt gemacht hat. Nicht nur in Sondershausen…
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Tags: alledie..., Frage, Sojetzt



Die DDR war kein lohnender Wirtschaftsraum – sämtliche Produktionsanlagen waren furchtbar überaltert und in einem jämmerlichen Zustand. Ich selbst habe dort mehr als einen Schock erlebt – tw. wie in einem Industriemuseum, nur nicht so sauber.
Ausserdem hatte die DDR keine Gewerkschaften, die etwas davon verstanden, wie man etwas für Arbeitnehmer erreicht. Sie hatten darin Null Erfahrung, da sie immer nur das machten, was der Staat ihnen befohlen hat.
Wenn es wirtschaftlich gewesen wäre, das Bergwerk zu betreiben, hätten sich gewiss einige risikobereite Unternehmer gefunden, die den Laden übernommen hätten.
@karlchen:
Wenn alles so wunderbar war, warum ist der ganze Staat ’89 pleite gewesen und implodiert?
Ich bin ab Mitte ’90 3 Jahre lang in der ex-DDR in etlichen Betrieben gewesen; habe vielen geholfen, wieder auf die Beine zu kommen und bei anderen nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können. Mehr als einer meiner Mitarbeiter ist davon krank geworden – grauenhafte Umweltverschmutzung, die Zustände spotteten jeder Beschreibung, teilweise lebensgefährlich. Wirtschaftlichkeit und Effizienz waren absolute Fremdworte. Ich sage nur Bitterfeld und Schkopau …
@ John D du hast keinen blassen Schimmer was die Wirtschaft- Kraft der DDR angeht.
50 % der Möbelproduktion gingen in die BRD und IKEA (Billy Regale)
In Ribnitz -Damgarten gab es ein Möbelkombinat mit 4 hochmodernen PC gesteuerte Tacktstraßen, da hätte sich jeder Produzent in der ehem. BRD die Finger nach abgeleckt.
In Beeskow produziert noch heute das Größte und modernste Spanplattenwerk, die maroden Betriebe von Hornitex in Horn schrieben rote Zahlen. Nur Das Werk wo ich vor über 30 Jahren gelernt hatte nicht, komisch oder?
In Worbis war ich selbst verantwortlich für den Bau eines super modernen Computer gesteuerten Sägewerks.
Ich könnte dir tausend Beispiele nennen, so auch den Schwermaschinenbau Fritz Heckert in Karl Marx Stadt oder Kranbau Eberswalde.
Hier in der DDR wurde unliebsame Kongurenz platt gemacht, so ist es.
Heute haben wir über 7,5 Millionen Menschen die nicht von ihrer Arbeit ordentlich leben können, wir haben Obdachlose und Suppenküchen, wir haben die Tafeln wo im Abseits stehende Menschen sich Lebensmittel besorgen können die andere eigentlich weg schmeißen würden.
Was sagen denn die Gewerkschaften die du meinst dazu, was unternehmen deine gewrkschaften das es den Arbeitern und Menschen besser geht.
Ein Großteil der Betriebe waren leider wirtschaftlich nicht lebensfähig und zum Großteil auch von der technischen Ausstattung extrem veraltet.
Ein paar relativ moderne Betriebe machten “den Braten auch nicht fett”.
Ja, das sind leider Tatsachen.
Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die DDR ja nicht pleite gegangen. Und Westdeutschland hätte dann nicht über 1300 Milliarden EUR reinpumpen müssen.
Das ist kein Tippfehler: Über Eintausend-dreihundert-Milliarden-EURO. Die Zahlunsflüsse aus der Ex-DDR sind dabei schon abgezogen. Das ist also die Nettozahl.
Wir können daraus schließen, dass das Wirtschaftssystem total am Ende war.
Ich konnte das selbst mit eigenen Augen sehen, als ich im August/September 1989 drüben war.
Ein Ereignis wird mir immer im Gedächtnis bleiben: Wir besuchten Bekannte die in einem umgebauten Kuhstall lebten (kein Witz!). Deren damals ca. 19-jähriger Sohn hatte sich den Arm gebrochen und sie haben ihn vom Krankenhaus wieder nach Hause geschickt, da sie keinen Gips hatten um den Arm einzugipsen.
Dieses Ereignis war symptomatisch für das durch und durch marode System.
Nee klar, die Wessis haben alles platt gemacht, weils eben zu gut war. Der Trabbi war uns ein Dorn im Auge, weil er besser, schneller und haltbarer war als die westdeutschen Autos. Überhaupt war in der DDR alles besser und vorallem waren die Grenzen, was man von einer Grenze erwarten darf, nämlich zu.
Die Zahlen, die weiter oben stehen sind korrekt. Das ist der Transfer von West nach Ost. Schau dir mal die anderen osteuropäischen Staaten an, Polen, Tschechien, Ungarn. Dann weißt du auch, wie dein Land aussähe, wenn wir nicht gezahlt hätten. Wenn aber die Verschwörungstheorien deiner geschundenen Ossi-Seele helfen, dann träum weiter.
Zu deiner Frage, weil es adäquat marode Betriebe in Westdeutschland nicht gab. Hoffe, ich konnte dir helfen.